Heinz Böhm - Unser schönes Dahl


Der Volmehangweg
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Rückblende
(wie Alles begann)

Die Stationen des Volmehangweges:
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Stadthalle Volmehanghöhle J.C. Post Söhne –
früheres Industrie-Areal
Wippermann-Passage /Kurfürstenstraße
Kaiser-Friedrich-Denkmal Katholische Kirche Wandpfeilerkirche Ehemalige Brotfabrik
Astrid-Lindgren-Schule Ehemaliger Bahnhof Delstern Papiermacher-Siedlung Laake „Oberste Mühle“
(ehem. Papierfabrik)
Gut Kuhweide Fabrik Wippermann, Oberdelstern Sensen-Hammerwerk Lücköge Steinbruch Köster,
Im Hamperbach
Klinik Ambrock Wallburg Ambrock Gärtnerei Haas Zwischen den Brücken
Dahler Brücke Evangelische Kirche Mahnmal (von Ewald Mataré) Grabplatten/Gedenktafeln
Eisenbahn Bietinghausen Hengstenberg Priorlinde
Osemundstraße
/ehemaliger Bahnhof
Roland/ ehem. Fa. Krampe Kotten Rummenohl
/Haus Dresel
Sprengstoff-Fabrik


Korrespondenz, Beschlüsse und Pressestimmen

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Rückblende:
Vor gut zwei Jahren gründete sich in Hohenlimburg der „Arbeitskreis Gersteinweg“ Angeführt von Maximilian Prinz Bentheim (Schloss Hohenlimburg) und Dr. Friedrich Killing (Freundeskreis Haus Dahl) ging jener Arbeitskreis mit dem Ziel ans Werk, eine Route zwischen Dahl und Hohenlimburg auszutüfteln, , die kein „schlichter“ Wanderweg, sondern so etwas Ähnliches wie ein Geschichtspfad werden sollte – mit zahlreichen Hinweisschildern an der Strecke. Diese Idee stieß bei vielen Menschen auf Begeisterung, auch bei der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl. Sie griff die „Vorlage“ auf und regte an, einen „Wanderpfad voller Industriekultur und alter Geschichte durch das Volmetal“ aus der Taufe zu heben. Erneut fand sich ein ehrenamtlich wirkender Arbeitskreis – teilweise in ähnlicher Besetzung wie beim „Gersteinweg“ – zusammen, um die Arbeit aufzunehmen. Fast ein Jahr lang haben Mitglieder des SGV (allen voran Manfred Flor von der Abteilung Dahl), der Bezirksvertretung Eilpe – Dahl (insbesondere Peter Neuhaus) und des Hagener Heimatbundes (Heinz Böhm und Michael Eckhoff) sowie der neue VHS – Leiter Jochen Becker über Konzept und Ausschilderung „gebrütet“. Rechtzeitig zum Auftakt der „warmen Wander- Saison“ wurde alles fertig. Der neue „Volme – Hang – Weg“, den der SGV mit einer so genannten „Wolfsangel“ markiert hat, beginnt an der Stadthalle, führt dann über Eilpe (Lange Riege, Bleichplatz), Delstern und Ambrock über die grünen Hügel rechts der Volme nach Dahl. Hier kreuzt der Volme – Hang – Weg den Gersteinweg (markiert mit einem „G“), macht eine „Schleife“ durch den interessanten Dorfkern und setzt sich dann fort über Priorei und den alten Gewerbe- Stabdort am Roland („ Firma Krampe “), und letztlich inmitten von Rummenohl zu enden. Mehr als zwei Dutzend Denkmäler und Gebäude werden unterwegs mit Hilfe von Hinweistafeln näher erläutert. Hinzu kommt eine aktuell noch im Druck befindliche Broschüre, deren Inhalt deutlich weiter gefasst ist – hier werden sogar rund 40 Objekte beschrieben. Die Palette reicht von einem weitgehend vergessenen industriekulturellem Erbe, nämlich den Kalksteinbrüchen, über die „Mutter aller Hagener Papierfabriken“ (Vorster in Delstern, gegründet 1693) bis hin zur Wallburg in Ambrock und zum Hinweis auf die einstige Sprengstofffabrik im Sterbecketal. Wie schon erwähnt, schreitet die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl am Sonntag, 28. Mai, zur feierlichen Eröffnung des Volme – Hang – Weges. Im Mittelpunkt steht zum einen eine Wanderung auf der neuen Route (beginnend um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz an der Stadthalle) und zum anderen eine kleine Feierstunde ab 10 Uhr auf dem Bleichplatz in Eilpe. Von hier geht’s dann um etwa 11 Uhr weiter nach Dahl, wo am alten Adelshaus die Mittagspause einkalkuliert ist. Nach einer Pause möchten Heimatbund, SGV & Co. Weiter gen Rummenohl „tippeln “. Wer unterwegs müde wird, hat keine Probleme, den Heimweg anzutreten, weil die Route nie weit entfernt von der B 54 verläuft, so dass die Haltestellen der Hagener Straßenbahn leicht erreicht werden können. Ferner gibt es in Dahl und in Rummenohl auch noch Haltepunkte der Volmetalbahn.

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Der Volme-Hangweg, Tafeln von Hagen-Mitte bis Rummenohl:
Ein Wanderpfad voller Industriekultur und alter Geschichte durch das Volmetal

Stadthalle
1974 beschloss der Rat der Stadt Hagen den Neubau einer Stadthalle – mit ungewöhnlicher Lage: am Rande eines stillgelegten Steinbruchs. Die Architekten E. Gerber, H. Brettschneider/S. Dechene und D. Stelljes, die den Wettbewerb für sich entscheiden konnten, bezogen die Landschaft in den zwischen 1978 und 1981 verwirklichten Bau ein und gaben dem später preisgekrönten Komplex – in Anlehnung an den Steinbruch – eine kantig gestaffelte Form mit großflächig verglaster Hauptschauseite. Den umliegenden „Felsengarten“ gestaltete G. Penker; die Brunnen-Skulptur „Windsbräute“ an der Treppenanlage stammt von Bildhauer J. Weber. - Hagens erste Stadthalle (Architekt: E. Figge) stand ab 1914 dort, wo sich heute auf der „Springe“ das Medienzentrum (Kino, Stadtbücherei) befindet; 1944 stark beschädigt, Abriss 1951.

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Volmehanghöhle
Als Ende der 1970er Jahre die neue Stadthalle am Rand des Massenkalkzugs verwirklicht wurde, kam die Idee auf, die zu diesem Zeitpunkt eingehend untersuchte, etwa 1700 Meter lange Volmehanghöhle für Besucher zu erschließen. Diese Idee ließ sich letztlich nicht umsetzen. Heute gehört das für den Raum Hagen typische Höhlen-Areal (Massenkalk ist voller Klüfte und Spalten) zum 49 Hektar großen Naturschutzgebiet „Hardt“. Abgesehen von den vielen Karsthöhlen und Klüften zählen zu den weiteren NSG- Besonderheiten u.a. die Hangwälder auf dem Massenkalk sowie zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Ferner prägt der Hangwaldkomplex das Landschaftsbild des Volmetals (für das Stadtklima von großer Bedeutung). - Unweit der Höhle standen früher die Kalköfen der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke.

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J.C. Post Söhne – früheres Industrie-Areal
Hier, wo die Hasselstraße (früher „Hardtstraße“) die Volme quert, gelangt man in ein altes Gewerbegebiet. Bekanntlich wurde bis ins 20. Jh. die Wasserkraft vielfältig genutzt; so existierten früher auch an der Volme zahlreiche Hämmer und „Mühlen“, in denen z.B. Papier und Eisenwaren hergestellt wurden. An einigen Standorten entwickelten sich „Industriöse Werke“ (Zitat von 1836), etwa im heutigen Eckbereich Eilper-/Hasselstraße, wo – an der Einmündung des Eilper Baches - J.C. Post & Söhne ab 1756/58 einen Rohstahlhammer betrieb und u.a. Sensen, Klingen und Werkzeuge produzierte (in der Blütezeit 700 Arbeitskräfte). Das Unternehmen gehörte zu den ersten in Deutschland, die den Temperguss einführten. 1979 wurde die Fa. Post nach Ennepetal verlagert (Schließung hier 1981). 1982/83 entstand das Einkaufszentrum Eilpe (Architekt: Knöpfel, Fassaden-Farb-Entwurf: E. Hegemann).

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Wippermann-Passage/Kurfürstenstraße
Parallel zum Gewerbe direkt an der Volme entwickelte sich im späten 19. Jh. (vor allem in Folge des Volmetalbahn- Baus) auch an der Straße zwischen Oberhagen und Eilpe/Delstern (später Bundesstraße 54) ein ausgedehntes Industriegebiet – u.a. mit Gießereien und Kettenfabrik Wippermann (Eilper Straße 71-75, Baujahr 1914, Architekt: C. Post). Nach Aufgabe der Produktion erfolgte 1998 die grundlegende Umgestaltung zur „Wippermann-Passage“ (Architekt: E. Sommer). Sie enthält Büros, Gastronomie, die Hagenring-Galerie sowie das Historische Zentrum (mit Stadtmuseum und –archiv). Gegenüber: die Fabrikantenvilla Wippermann (Ende 19. Jh.,Architekt: ebenf. C. Post). Der Weg führt nun durch die Kurfürstenstraße (benannt nach dem „Großen Kurfürsten“) vorbei an der ehemaligen Branntweinbrennerei Post (links).

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Kaiser-Friedrich-Denkmal
Wie auch anderswo in der hiesigen Region, gab es recht bald nach 1888, dem Todesjahr von Friedrich III., in der Eilper Bürgerschaft – unterstützt von Hagener Stadtverordneten – intensive Bemühungen, den als „liberale Hoffnung“ geltenden „99-Tage-Kaiser“ mit einem Denkmal zu ehren (typisch für den Zeitgeist der Wilhelminischen Epoche). Enthüllt am 6. August 1899. Sein Schöpfer war der bekannte, aus einer alten Bad Kreuznacher Künstler-Familie stammende Berliner Bildhauer Emil Cauer (1867-1946). Emil Cauer d.J. konnte sich im Deutschen Reich schon als junger Mann einen Namen machen – u.a. mit Standbildern (meist Herrscher-Darstellungen) und Kolossal-Brunnenanlagen. In Hagen stammt noch ein zweites Denkmal von ihm: der Drei-Kaiser-Brunnen in Wehringhausen.

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Katholische Kirche
Nachdem an der Wanderroute ein größeres Wohn-Areal passiert wurde, auf dem einst die 1712 gegründete „Eilper Papierfabrik Vorster“ stand, erreichen wir die Herz-Jesu-Kirche. Im 19. Jh. wuchs im 1876 mit Hagen vereinten Eilpe die Zahl der Katholiken, weshalb ab ca. 1880 ein eigenes Gotteshaus gewünscht wurde. 1897 Erwerb des nötigen Geländes von Fabrikant Vorster. Bereits zwei Jahre später Einsegnung des ersten Bau-Teils.

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Wandpfeilerkirche
 C.C. Pickel (und somit von einem Architekten, der um 1900 zu den wichtigsten westdeutschen Baumeistern der Neugotik zählte). Im vorzüglich gestalteten Innern (Restaurierung 1974/75) sind Teile der neugotischen Ausstattung erhalten. Der deutlich abgehobene Erweiterungsbau stammt von 1955/56 (Architekt: Kramer).

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Ehemalige Brotfabrik
Im Hagener Raum ist eine beträchtliche Anzahl von Gewerbebauten des späten 19. Jh./frühen 20. Jh. erhalten, die von der Lebensmittelbranche errichtet wurden, so die Delsterner Brotfabrik Haarmann & Kaiser (später Rügenberger Großbäckerei). Von seinen Details her entspricht der – nach Leerstand Mitte der 1980er Jahre – heute von einem Verpackungshersteller genutzte Bau einer typischen Fabrik der Zeit um 1910, was sich u.a. im Rot-Weiß-Wechsel von Backsteinflächen zu verputzten Feldern äußert. Die 1870 gegründete Brotfabrik Haarmann & Kaiser stand anfänglich in der Hagener Innenstadt (Konkordia-/Ecke Hochstraße) und zog 1907 nach Delstern. Schräg gegenüber zweigt das „Delsterner Ufer“ ab, wo die 1871/1878 gegründete, 1981 geschlossene Tempergießerei/Schwarzgussfabrik F.W. Killing stand.

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Astrid-Lindgren-Schule
Die einstige Landgemeinde Delstern, 1901 mit Hagen vereinigt, entwickelte sich an einer eher ungünstigen, weil recht engen Stelle des Volmetals. Ferner wird Delstern schon seit den 1870er Jahren von Bahn-Anlagen und zahlreichen (z.T. wesentlich älteren) Gewerbebetrieben geprägt und eingezwängt. Raum für eine umfassende Wohnbebauung, für Infrastruktur-Einrichtungen oder gar für einen Ortsmittelpunkt war folglich kaum vorhanden. Lediglich die Chaussee nach Dahl (später Bundesstraße 54) bot sich als Standort für Schulen etc. an. Die heutige Astrid-Lindgren-Grundschule ist Nachfolgerin einer 1872 gegründeten Volksschule. Seit 2004 wird der Schulhof vom „Mädchen mit Zöpfen“ (Bildhauer: Waldemar Wien) geziert – die Skulptur stand zuvor in der Hagener City und war hier mehrfach Ziel von Zerstörungen.

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Ehemaliger Bahnhof Delstern
Im Anschluss an die Astrid-Lindgren-Schule erstreckt sich der einstige Bahnhof Delstern (heute Holzhandel). Nachdem die Stadt Hagen bereits 1848 ihren ersten Bahnanschluss erhalten hatte (Strecke Elberfeld-Hagen-Dortmund), trug sich die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft bald mit dem Gedanken, die Verbindung Hagen-Siegen zu bauen. Für eine mögliche Trasse wurden Lenne- und Volmetal untersucht – mit negativem Ergebnis für das Volmetal. Hier entstand die Bahnstrecke erst 1870/74 (bis Lüdenscheid). - Jenseits des ehemaligen Delsterner Bahnhofs am Hang: der Delsterner Friedhof mit Gräbern bedeutender Künstler (Christian Rohlfs, Ernst Meister). Hier auch Preußens erstes Krematorium (1905/07), ein wegweisender Bau des Designers und Architekten Peter Behrens.

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Papiermacher-Siedlung Laake
Ungefähr dort, wo heute Pfeiler der Autobahnzubringerbrücke („Volmeabstieg“, 1977) verankert sind, stand einst die Papierfabrik „Laake“. 1693 gründete Matthias Vorster ein Stückchen stromaufwärts Hagens erste Papierfabrik, die „oberste Papiermühle“. 1785/86 wurde der Betrieb erweitert – durch die Errichtung der Mühle „In der Laake“. Doch die Blütezeit währte nur kurz. 1809 musste die „Laake“ – ein prächtiger Fachwerkbau – veräußert werden und diente u.a. als Baumwollspinnerei, Kleinwalzwerk und Drahtrolle. 1899 wurde die „Laake“ wieder mit der „obersten Mühle“ vereint – nun genutzt als Holzschleiferei, also als Zulieferbetrieb. 1972 riss die Stadt Hagen den Komplex ab. Erhalten blieb eine Papiermacher-Siedlung aus der Zeit um 1900, im Volksmund einst „Delsterns Lange Riege“ genannt (Laake 2-8).

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„Oberste Mühle“ (ehem. Papierfabrik)
Matthias Vorster kam 1692/93 aus Mülheim/Ruhr in die Grafschaft Mark, um hier eine Papiermühle zu errichten. Er erwarb ein Delsterner Gut samt Gelände an der Volme, das für die Anlage einer derartigen Mühle wie geschaffen schien. Damit begründete Vorster einen neuen Gewerbezweig in der Region Hagen. Die „oberste Mühle“, die eine Zeitlang sogar Basismaterial für preußisches Papiergeld produzierte, brannte 1878 ab, wurde stark verändert wieder aufgebaut und erweitert (firmierte später unter „Steinwender“). Hervorzuheben sind der alte Obergraben (speist heute eine Turbine/Strom-Erzeugung) und die restaurierte „Villa Vorster“ von ca. 1845. Aus der „obersten Mühle“ ging die Papiermühle in der Laake (1785/86) sowie die über lange Zeit besonders erfolgreiche Eilper Papiermühle (1712, „untere Mühle“) hervor.

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Gut Kuhweide
Unweit der alten, 1974 endgültig verschwundenen Ansiedlung Höinghausen (angeblich 11. Jh.) steht der Gutshof/Forstbetrieb „Kuhweide“ der Familie Heimhardt (Kuhweide urkundlich 1453 erstmals genannt). Die Heimhardts, die von Rumscheid, einem der ältesten Bauernhöfe Hagens stammen, sind seit 1824 bzw. 1835 als Eigentümer der Domänen-Güter Kuhweide und Höinghausen verzeichnet (mittlerw. 6. Generation). Das heutige, mehrfach umgebaute Gutsgebäude wurde unter Verwendung älterer Teile 1856/57 errichtet (Bomben-Schäden 1943), die „Villa“ (Jugendstil-Formen) ca. 1900 (Architekt: Carl Post), der Turm 1922. Außerdem bemerkenswert: ehem. Tagelöhnerhaus, nahebei Erbbegräbnis (ab ca. 1850).

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Fabrik Wippermann, Oberdelstern
Einer der wichtigsten Betriebe des Hagener Südens: die Fa. Wippermann. Verfügte der Räder- und Kettenhersteller noch in den 1980er Jahren über drei Standorte, erfolgte inzwischen die Konzentration auf das ab 1903 errichtete Werk in Oberdelstern (Architekt: Post). Das einstige Werk an der Eilper Straße („Wippermann-Passage“) beherbergt das Historische Centrum (Stadtmuseum), das Werk an der Hasselstraße sieht einer Neu-Nutzung noch entgegen. Firmen-Gründer Wilhelm Wippermann begann einst in Breckerfeld – mit Christbaumschmuck! 1893 wechselte er nach Eilpe, wo er die Produktion von Fahrrad- und Motorradteilen aufnahm. Das Oberdelsterner Werk zeigt eine qualitätsvolle Fabrikgestaltung und mehrere zugehörige Unternehmer-Villen mit Jugendstil- und Historismus-Details sowie Park-Anlagen rund um die Villen.

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Sensen-Hammerwerk Lücköge
Zu den ältesten Sensenschmiede-Familien des Hagener Raums gehörten die Höfinghoffs. Ein Mitglied dieser Familie ließ sich um 1850 (?) in der Lücköge nieder. Tochter Lisette heiratete 1871 den aus Barmen stammenden Fabrikanten Peter F. Schmidt, weshalb der Lücköge-Hammer später unter „Höfinghoff & Schmidt“ firmierte (Aufgabe der Produktion geschmiedeter Sensen in den 1920er Jahren). Das heutige noch relativ ursprünglich wirkende Anwesen ist von der Gründerzeit-Epoche um 1900/1910 geprägt – mit backsteinerner Sheddach-Fabrikhalle, Obergraben, Villa (nachklassizistisch, um 1860?), backsteinernem Neorenaissance-Kutscherhaus (mit freiplastischen, hölzernen Pferdeköpfen) und Hausgarten. Die Wasserkraft wird heute noch von einer Turbine genutzt (Strom-Erzeugung).

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Steinbruch Köster, Im Hamperbach
Neben der Gewinnung von Kalk spielt(e) auch der Abbau von Grauwacke und Sandstein im Raum Hagen eine größere Rolle. Grauwackebänke großer Mächtigkeit stehen z.B. im Bereich hinter der Kettenfabrik Wippermann in Oberdelstern (hier auch ehem. Steinbruch) und am Langenberg an, d.h. im Hamperbachtal. Der am Rande dieses Bachtals zu sehende riesige Köstersche Steinbruch bringt vorwiegend Grauwacke-Sorten für den Straßenbau hervor. Geologisch haben wir es mit mitteldevonischen Brandenberg- Schichten zu tun, die auch wissenschaftlich interessieren, weil hier ein vielfältiger, zuvor unbekannter Bestand an Fossilien gefunden wurde (um 1980 mit Unterstützung der Dt. Forschungsgemeinschaft untersucht).

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Klinik Ambrock
Um 1900 gehörte die Tuberkulose (TBC) zu den schlimmsten Krankheiten, weshalb vielerorts im Dt. Reich „Volksheilstätten“ entstanden. In Hagen gab es ab 1897 entsprechende Bemühungen (1901 erfolgsgekrönt). Der „Märkische Volksheilstätten-Verband“ favorisierte den Bau einer Klinik in Ambrock („bestgeeignet“). Ermöglicht wurde der Gelände-Ankauf durch eine Stiftung des Textilfabrikanten Ribbert. Die Bauarbeiten starteten 1902 (Architekten Picht/Düchting; erhalten von den Ursprungsbauten: Direktorenvilla und Maschinenhaus). Das heutige Gesicht stammt vorwiegend aus den Jahren 1927/28, 1965, 1991/94. Von 1917 bis 1993 betrieb die Landesversicherungsanstalt Westfalen die Klinik; seitdem wird sie von der Wittgensteiner Kliniken AG geführt (als Akut-Krankenhaus für Pneumologie und Klinik für Neurologie).

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Wallburg Ambrock
Wie die Besiedlung des mittl. Volmetals ablief, ist unbekannt. Wahrscheinlich gab es hier im 8. Jh. keine nennenswerten Wohnplätze. Vieles spricht dafür, dass sich die ersten Siedler erst ab dem 9. Jh. in diese landwirtschaftlich weniger gut nutzbare Region vorwagten. Auffallend: mehrere Orte auf den Höhen – z.B. Rumscheid – sind deutlich eher urkundlich fassbar als die Wohnplätze im Tal. Bekannt ist auch, dass es bereits früh – wohl schon im 10. Jh. – oberhalb des Volmetals einen intensiven Eisenerz-Abbau sowie die zugehörige Eisenverarbeitung gab. Dies mag vielleicht im 10. Jh. ein guter Grund für die Anlage einer Fliehburg inmitten dieser Region gewesen zu sein. Gebaut wurde sie am Minnerberg - unweit vom heutigen Ribberthof. Nur geringe Wall-Reste erhalten.

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Gärtnerei Haas
Die Gärtnerei Haas führte in der Zeit von 1932 bis 1938 jährlich (immer Anfang September) eine „Dahlienschau“ durch. An diesem Umzug – gestaltet als prächtiger Blumencorso mit Musikbegleitung - beteiligten sich nahezu alle Vereine und Schulen des Volmetals. Der Corso mit seinen Blumenwagen startete meist am Bahnhof Rummenohl, führte entlang an fahnengeschmückten Häusern und endete in Dahl. Für die vielen Touristen, die in jener Zeit zu den Dahlienschauen ins Volmetal reisten, setzte die Reichsbahn sogar Sonderzüge ein, in denen „alles dicht an dicht stand“ (Hagener Zeitung 1933). Die Gärtnerei von Karl Haas hatte einst unter Dahlien-Freunden einen weithin beachteten Ruf,  insbesondere auch als Zuchtbetrieb.

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Zwischen den Brücken
Selten bietet das stark mäandrierende mittlere Volmetal ein wenig Raum für größere Ansiedlungen, so etwa in Dahl, wo im (Spät-) Mittelalter ein Kirchspiel entstand, über dessen Anfänge man wenig weiß. Vielleicht spielte ein wichtiger Volme- Übergang eine Rolle. Heute ist der alte Ortskern vor allem von zweigeschossigen, fünfachsigen, traufenständigen Häusern geprägt (meist 2. Hälfte 19. Jh.), teils als schlichte Bruchsteingebäude errichtet (weitere Exemplare an der Dahler Straße), teils als typisch gründerzeitliche Bauten. Derartige „Fünf-Achs-Bauten-Ensembles waren früher im Hagener Raum häufig, sind inzwischen aber selten. Das Verwaltungsgebäude Zwischen den Brücken 5 („Amtshaus“ seit 1900, auch Polizeiwache) um 1800 erbaut, das Haus Linnepe an der Dahler Straße 1810.

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Dahler Brücke
Die wahrscheinlich älteste erhaltene Straßenbrücke Hagens bekam ihr heutiges Aussehen um 1848/50, nachdem 1844/47 die neue Chaussee durch das Volmetal gebaut worden war. Mit Sicherheit hat an dieser Stelle allerdings schon vor 1848 eine Brücke existiert (was u.a. aus einer 1791 gefertigten Vermessungsakte hervorgeht), wobei vermutet wird, dass es sich hierbei um eine hölzerne Balkenbrücke handelte. Die heutige rd. 28 Meter lange Volmebrücke – seit 1975 nur noch dem Fußgängerverkehr dienend – weist drei Korbbogen auf (mit einem Mauerwerk aus Grauwacke) sowie mit Kanzeln versehene „Vorköpfe“, als „Eisbrecher“ zugespitzt.

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Evangelische Kirche
Am 17. September 1729 brannte ein Teil des Adelshauses Dahl ab, wobei auch die benachbarte Kirche stark beschädigt wurde. Nur einige Teile (vor allem der Chor, 13. Jh., und die Sakristei, 14. Jh.) blieben erhalten und wurden Bestandteil des bereits 1730 erfolgten Wiederaufbaus. Die Kirche – einst dem Evangelisten Matthäus geweiht – ist ein einschiffiges, bruchsteinernes Gotteshaus mit Fünf-Achtel-Chor, ursprünglich errichtet als Eigenkirche, das heißt, sie gehörte lange Zeit den jeweiligen Eigentümern des Dahler Adelshauses. Ein Pastor von „Dael“ wird erstmals 1273 genannt. Im Innern wertvolle Ausstattungsstücke (Altar von 1774, Taufstein von 1696, Kanzel von 1738, Kirchengestühl von 1730). Außerdem Wandmalereien aus dem 14. Jh., Szenen aus dem Leben der Hl. Katharina von Alexandrien zeigend (1963 freigelegt).

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Mahnmal (von Ewald Mataré)
Die Erdkugel – fast in zwei Hälften zerfallen: Symbolhaft wird hier der Zustand der Welt am Ende des 2. Weltkrieges und in der unmittelbaren Nachkriegszeit dargestellt (Ost-West-Konflikt!). Vom bedeutenden Bildhauer Ewald Mataré stammt dieses um 1957 geschaffene Mahnmal auf dem Platz vor der alten evang. Kirche. Als Material für die Erdkugel wählte der Künstler nicht – wie meist üblich – Bronze, sondern hartes, stumpfes, dunkles Eisen. Das Band, das die gespaltene Erdkugel umfasst und die tröstenden Worte „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung Johannis) enthält, besteht aus Glasmosaik. Die Kugel ruht auf einem Steinsockel mit 24 Eisenplatten, die die Namen von über 200 Dahler Bürgern zeigen, deren Söhne im 2. Weltkrieg ums Leben kamen.

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Grabplatten/Gedenktafeln
Bis 1848 wurde die Kirche vom Kirchhof umgeben. An die ursprüngliche Nutzung des Areals erinnern Grabplatten, die insbesondere an den Seitenwänden der Kirche aufgestellt sind. Darunter mehrere künstlerisch wertvolle Platten. Die Tafeln stammen von den Gräbern mehrerer Pfarrer (u.a. von Pastor Delbrügger, Reformator von Dahl) sowie von den Gräbern der Kirchen-Patrone Diederich v. Degingk und Justizrat Friedr. Franz König (das Patronatsrecht lag bis 1850 bei den Eigentümern des Adelshauses). Ein weiterer Grabstein - aus dem 16. Jh., gefunden 1962 bei Restaurierungsarbeiten in der Kirche – liegt auf der Wiese. Rechts und links neben dem Kirchen-Eingang: Gefallenen-Gedenktafeln (Erster Weltkrieg), enthüllt 1922, geschaffen wohl von Peter Bertlings.

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Eisenbahn
Für die gewerbliche Entwicklung des Volmetals war die Verbesserung der Verkehrsverbindungen eminent wichtig. Bis 1847 gab es nur unbefestigte Wege, die mitunter kaum passierbar waren. Erst danach bestand zwischen Dahl und Eilpe eine „befestigte Kunststraße“ (Chaussee). Für die im Raum Dahl existierenden Betriebe war dieser Bau ein enormer Fortschritt, noch wichtiger wurde die 1874 auf dem Streckenabschnitt von Hagen bis (Lüdenscheid-)Brügge eröffnete, zunächst eingleisige Eisenbahn (ab 1909 zweigleisig, mittlerw. wieder eingleisig). Mit der Eröffnung dieser Strecke bekamen Rummenohl und Dahl endlich Bahnhöfe, Priorei folgte 1880. Das Dahler Gebäude ist als einziges erhalten und zeigt ein „Gesicht“, wie es damals in unserer Region für kleinere Bahnhöfe üblich war (inkl. Verschieferung).

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Bietinghausen
Während viele Höhen-Ortschaften rechts und links des Volmetals – so Rumscheid und Schöpplenberg - wohl weit vor dem 13. Jh. entstanden sind, scheint die Besiedlung des Tals (Hochwasser!) erst spürbar verstärkt worden zu sein, als Deutschlands Bevölkerung im späten Hoch-Mittelalter erheblich zunahm. Einer der ältesten Wohnplätze im Dahler Volmetal könnte das in einer Fluss-Schleife gelegene Bietinghausen sein – laut Heimatforschung wird dieser Hof erstmals 1229 in einer Urkunde des Herdecker Frauenstiftes genannt. Bis zum 30-jährigen Krieg scheint Bietinghausen Herdecker Eigentum geblieben zu sein. - Auf gegenüberliegender Volme-Seite: ein alter Gewerbestandort (im 18. Jh. als Osemundhammer genannt – ein damals im Volmetal typisches Gewerbe).

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Hengstenberg
Geht man von bislang bekannten urkundlichen Nachrichten aus, scheint das einstige Freigut Hengstenberg jüngeren Datums zu sein als das unmittelbar benachbarte Bietinghausen – das Gut Hengstenberg wird erstmals 1314 genannt. Allerdings in einem Kaufvertrag! Was letztlich bedeutet, dass der Hof bereits zuvor existiert haben muss! Aus dem 16. Jh. wird die Teilung des Gutes überliefert. Und aus der Zeit des 30-jährigen Krieges ist bekannt, dass es seine Eigentümer kaum ernähren konnte (was ähnlich auch für viele andere heimische Höfe und sogar für das Adelshaus Dahl am Ende dieses verheerenden Krieges galt). Für das 19. Jh. sind zahlreiche Eigentümerwechsel zu vermelden sowie ein Feuer: Das alte Bauernhaus brannte um1850 ab.

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Priorlinde
Der wohl bekannteste Baum der Region Hagen: die 1947 unter Naturschutz gestellte 1000-jährige „Priorlinde“. Ihre nach Süden gerichtete geschützte Lage und die durch den Tiefentalbach ständig gesicherte Bodenfeuchtigkeit erhielten sie lange lebensfähig. Der Baum ist eine Kandelaber-Linde – ihre Hauptäste breiten sich erst in ungefähr zwei Meter Höhe waagrecht aus, um dann senkrecht nach oben zu steigen. Früher – so heißt es – hätten an einer solchen Linde Tanzfeste stattgefunden. Mittlerweile ist von dem ehedem 30 Meter breiten und 25 Meter hohen Baum nur ein bemitleidenswerter Torso erhalten geblieben. Der Linde unmittelbar benachbart: der Wohnplatz „Kluse“, ein früheres Dahlsches Lehen. Einer Legende zufolge soll der im 16. Jh. erstmals genannte „Kotten Kluse“ auf heiligen Boden errichtet worden sein. Vor dem Baum: ein Stein, in den einige Runen eingeritzt sind.

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Osemundstraße/ehemaliger Bahnhof
Ursprünglich verliefen die wichtigsten Handelsrouten unserer Region weitgehend über die Höhen. So führte z.B. früher die Straße von Dortmund nach Frankfurt über Hagen/Selbecke und Breckerfeld. Vornehmlich im 19. Jh. kam es zum radikalen Wandel – einerseits durch neue Kunststraßen (Chausseen), andererseits durch den Eisenbahnbau. Mit schlimmen Folgen für die einstige Hansestadt Breckerfeld – der Höhen-Ort geriet zunehmend ins Hintertreffen. Nur indirekt wurde Breckerfeld dann an die Volmetalbahn (Fertigstellung 1874) angebunden: mittels einer kurvigen, 6 Kilometer langen Chaussee, auf der eine 1886 eingerichtete „Personenpost“ dreimal täglich zwischen der Höhe und Bahnhof Priorei pendelte (bis 1907).

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Roland/ehemalige Fa. Krampe
1983 kam das „Aus“ für die Fabrik „Carl Krampe Wwe.“, gegründet 1820 als Schmiede und Stahlraffinierhammer von Carl Krampe. Rasch machte sich das Unternehmen einen Namen – im In- wie im Ausland – als Hersteller von Breitewaren (Schaufeln und Spaten). Da die Fabrik im Laufe der Jahrzehnte mehrfach erweitert worden war, wies der gesamte Komplex am „Roland“ (so der Name dieses Standortes) Gebäude aus einer breiten Zeitspanne auf und veranschaulichte 1983 beispielhaft die Produktions- und Arbeitsbedingungen einer typischen Firma des Volmetals, weshalb das gesamte Anwesen auch denkmalgeschützt werden sollte. Durch Brände und Abriss (1986) ging jedoch ein wesentlicher Teil des geschichtlich interessanten Industrie-Komplexes verloren. Erhalten sind unter anderem das Kontorgebäude (1902) und der Obergraben.

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Rummenohl/Am Huse
1749 heißt es: „Rumenol ist ein schöner Rittersitz gewesen.“ Aber: Über die Geschichte Rummenohls (auch „Rummenholl“) wissen wir wenig. Berichtet wird z.B. 1328 von einem zuvor dem Bistum Köln gehörenden Gut R., das Dietrich von Volmarstein abgibt an Graf Dietrich von (Hohen-)Limburg. 1364 (und später) wird dieses Gut im Limburgschen Lehnsregister erwähnt. Belehnt: die Herren von Rummenohl, deren „männlicher Stamm“ Mitte 15. Jh. erlöscht. Später war das Gut - genau wie das nahgelegene Limburgsche Erbgut Mön(n)igfeld - mit Haus Dahl vereint. Als Ortsname blieb Rummenohl/ -holl erhalten. Im 17. Jh. als Name von einer Siedlerfamilie übernommen. Das heutige Bauernhaus Am Huse (bis 1970 Ortsbezeichnung „Rohland“) stammt von 1789; über der Tür lesen wir: „Der Herr segne unseren Eingang und Ausgang“.

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Kotten Rummenohl/Haus Dresel
Seit dem 17. Jh. siedelt in Rummenohl eine später weit verzweigte Schmiede- und Bauern-Familie, die im Hausnamen zunächst unter „Bietinghaus am Rummenholl“ bekannt ist. Außerdem ist - sicherlich als Abspliss des Gutes Rummenohl - bereits aus dem 15. Jh. die Existenz eines „Kotten Rummenohl“ bekannt, aus dem später wohl drei Pachtkotten des Hauses Dahl hervorgingen (im 19. Jh. verkauft). „Oberste R.“ war im Sterbecke-Tal zu finden (späteres Gelände u.a. einer Sprengstofffabrik), „unterste R.“ im heutigen Ortskern (seit 1901 Standort von Hotel-Restaurant Dresel) und der dritte Pachtkotten stand auf dem Mönigfeld/Mönningfeld.

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Sprengstoff-Fabrik
Rummenohl gelangt(e) nur selten ins überregionale Rampenlicht – so 1947, als hier auf einer Konferenz beschlossen wurde, alle Gewerkschaften der deutschen Metallindustrie zu vereinen. Von den einstigen Rummenohler Gewerbebetrieben war vornehmlich die Sprengstofffabrik herausragend: Die Castroper Sicherheitssprengstoff-AG (ab 1912 „Tochter“ der Dynamit Nobel AG) stellte im abgelegenen Sterbecketal ab 1908 mit zunächst 100 Arbeitern jährlich rund 2000 t Sprengstoff her, der mittels Schmalspurbahn zum Rummenohler Bahnhof gebracht wurde. Im 1. Weltkrieg u.a. Produktion von Minen und Nitroglyzerin (mit 2000 Arbeitskräften). Einstellung der Produktion 1932. Mehrmals wurden schwere Unfälle beklagt, bei denen es auch Tote gab. 1944 Standort eines großen Arbeitslagers (400 Gefangene).

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Korrespondez, Beschlüsse und Pressestimmen

STADT HAGEN
Der Bezirksvorsteher Eilpe/ Dahl
STADTVERWALTUNG POSTFACH 4249 58042 HAGEN
Donnerstag, 04. Mai 2006

Einladung zur Eröffnung des Volme – Hangweges
am 28. Mai 2006 um 10.00 Uhr, auf dem Bleichplatz in Eilpe, Lange Riege

Sehr geehrte Damen und Herren,
Anfang des Jahres 2006 wurde die Idee und der Beschluss der Bezirksvertretung Eilpe/ Dahl aufgegriffen, einen „Wanderpfad voller Industriekultur und alter Geschichte durch das Volmetal“ einzurichten. Am Sonntag, den 28. Mai ist es nun so weit: Der Volme – Hangweg kann feierlich eröffnet werden! Seinen Anfang nimmt er an der Stadthalle Hagen, verläuft dann durch die Ortsteile Eilpe, Delstern, Ambrock, schlängelt sich dann über die grünen Hügel Richtung Dahl, Priorei und endet schließlich in Rummenohl. Der Volme – Hangweg reduziert sich dabei aber nicht nur auf einen schlichten „Wanderpfad, - sind doch entlang der Wegestrecke über 40 Gebäude und Denkmäler beschrieben. Dem geneigten Entdecker wird so eine Zeitreise durch den Hagener Süden geboten.
Einen besonderen Dank gilt Michael Eckhoff anzusprechen, der die Texte für die Beschilderung der Einzelobjekte, sowie die Begleitschrift verfasst hat. Ohne die kreative Mitarbeit der SGV – Abteilung Hagen – Dahl, mit seinem ersten Vorsitzenden Manfred Flor, sowie der SGV Rummenohl – Priorei, des Heimatforschers Heinz Böhm, Jochen Becker von der VHS Hagen sowie dem Koordinator Peter Neuhaus von der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl wäre das Projekt „Volme – Hangweg“ nicht möglich gewesen, der nun für den Hagener Süden einen weiteren Anziehungspunkt der Erholung und Information bietet.

Am 28. Mai war es dann soweit:
09.30 Uhr – Treffpunkt Stadthalle – Parkplatz und Abmarsch in Richtung Eilpe 10.00 Uhr – Feierliche Eröffnung durch den Bezirksvorsteher Ferdinand Wölm auf dem Bleichplatz in Eilpe. Im Anschluss Wanderung nach Dahl. 12.30 Uhr – Treffen am „Haus Dahl“ – Mittagspause. 13.30 Uhr – Weitermarsch Richtung Priorei – Rummenohl. Die Heimreise kann von Rummenohl aus mit dem Bus oder der Bahn angetreten werden.Mit freundlichen Grüßen Ferdinand Wölm – Bezirksvorsteher.


Ein neuer Knüller im Hagener Wandernetz,
Wochenkurier Mittwoch, den 10.5.2006, 30 Jahrgang Nr. 19

Hagen (ME) Vor wenigen Tagen neben dem alten Höffinghoffschen Sensenhammer an der Lücköge nähe Ambrock: Acht muntere und hoch- motivierte Männer sind mit Werkzeugen, Wasser und Mörtel angerückt, buddelten ein Loch und betonierten einen Metallständer fest. Die acht „Bauarbeiter“ sind Mitglieder der Bezirksvertretung Eilpe / Dahl, des Sauerländischen Gebirgsverein und des Hagener Heimatbundes. Während – angeleitet von Peter Neuhaus – Heinz Böhm, Peter Breuer, Michael Flor, Karl Heinz Gras, Horst Hankewitz, Horst Kampmann und Manfred Karthaus ihre Freizeit opfern, um in Oberhagen, Eilpe und an der Lücköge ein halbes Dutzend Metallständer im Boden zu fixzieren, sind zwei weitere ehrenamtlich tätige Truppen in Rummenohl und Dahl unterwegs um dort genau die gleiche Arbeit zu bewältigen. Am Ende des Tages sind rund 20 Ständer betoniert – als wichtiger Bestandteil des neuen „Wanderpfades voller Industriekultur und alter Geschichte durch das Volmetal“. Am Sonntag, 28. Mai, soll dieser Wanderweg der Öffentlichkeit übergeben werden- mit einer großen Feier um 10 Uhr in Eilpe (Bleichplatz). Ein Termin, den sich alle Heimat- und Wanderfreunde unbedingt notieren sollten! Hagens Fläche beträgt rund 160 Quadratkilometer, davon macht der Wald – Anteil etwa 40 Prozent aus – eine Zahl, die von keiner anderen Nordrhein – westfälischen Großstadt erreicht wird. Die Hagener Wälder üben seit Jahrzehnten auf Erholungssuchende – insbesondere auf Wanderer eine große Anziehungskraft aus. Doch das Interesse der Wanderer gilt heutzutage häufig nicht mehr allein dem Natur- Erlebnis, sondern auch geschichtlichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Hierbei nimmt in der Region Ruhrgebiet/ Märkisches Sauerland zunehmend das Industriekultur- Erbe einen hohen Stellenwert ein. Auch der im Frühjahr 2006 geschaffene „Volmetal-Geschichts- Wanderpfad“, kurz Volme – Hang – Weg, trägt diesem Bedürfnis Rechnung. Er führt zwar durchs Volmetal – aber bewusst nicht immer durch die „grüne Natur“. Den Initiatoren vom „Arbeitskreis Volme – Hang – Weg“ (bestehend aus Peter Neuhaus, VHS – Leiter Jochen Becker, Heinz Böhm, Michael Eckhoff und Manfred Flor) war vielmehr daran gelegen, einige der in dieser Region überaus vielfältigen historischen Schätze vor Augen zu führen. Die Palette reicht von Adelssitzen, Kirchen und Siedlungen bis zu ehemaligen Hammerwerken und Steinbrüchen. Zahlreiche Hinweisschilder beschreiben also nun unterwegs einen größeren Teil dieser Sehenswürdigkeiten. Die Texte der Schilder sind zudem in einer Broschüre zusammengefasst, die derzeit noch gedruckt, aber spätestens Ende Mai erscheinen wird. Außerdem erhält diese Broschüre – verfasst von Michael Eckhoff und Heinz Böhm gestaltet von Jan Eckhoff – noch einige zusätzliche Beschreibungen. Der Volme – Hang – Weg, der markiert selbstverständlich vom SGV – mit einer sogenannten „Wolfsangel“ gekennzeichnet ist, beginnt am Rand der Hagener Innenstadt, genauer, an der Stadthalle, Wasserloses Tal/ Ecke Volmestraße, führt dann an Oberhagen vorbei in den Ortskern von Eilpe. An der berühmten Siedlung „Lange Riege“ trifft der Wanderweg auf die durch das Ruhrgebiet führende Auto – Touristenroute zur Industriekultur (mit entsprechender Beschilderung). Von Eilpe aus leitet der Volme – Hang – Weg weiter über Delstern und Ambrock nach Dahl, wo er den 2005 eingeweihten Gersteinweg kreuzt. Der Gersteinweg erinnert an das Wirken der für den Raum Hagen bedeutenden Familie Gerstein, ist mit einem „G“ gekennzeichnet und verbindet das einstmals adelige Haus Dahl mit Schloss Hohenlimburg. Genau wie am Volme – Hang – Weg werden auch am Gersteinweg allerlei Sehenswürdigkeiten mittels einer Hinweistafeln beschrieben. Von Dahl geht’s auf dem Volme – Hang – Weg zunächst nach Priorei und zuletzt nach Rummenohl dem südlichsten Hagener Ortsteil (zusammen mit Dahl 1975 eingemeindet). Der Weg entlang der Volme ist annähernd 20 Kilometer lang und gut in mehreren Etappen zu bewältigen. Jetzt hoffen Peter Neuhaus & Co. Natürlich dass der Weg reichlich Anklang findet und dass es so manchen Touristen geben wird, der auf „Schusters Rappen“ die Sehenswürdigkeiten der Region abläuft.


Zeitreise durch Hagens Süden Eröffnung am 28. Mai 2006
Wochenkurier am Mittwoch 17.5.2006 

Über die Schaffung eines „neuen Knüllers im Hagener Wandernetz“ berichtete der Wochenkurier am 6. Mai. In den Tagen zuvor waren die ersten Hinweisschilder für diesen Wanderweg einbetoniert worden. Jetzt sind auch die Planungen für die Eröffnung des Volme – Hang – Weges am Sonntag, 28. Mai, unter Dach und Fach. Eilpers Bezirksvorsteher Ferdi Wölm frohgemut: „Dem geneigten Entdecker wird künftig eine Zeitreise durch den Hagener Süden geboten“.


Wiederherstellung – Volme – Hang – Weg
Bezirksvertretung Eilpe/ Dahl
Sitzung am: 09.03.2005

Protokoll vom: 24.03.2005
Tagesordnungs- Punkt 5.10

Herr Neuhaus bezieht sich bei seinen Ausführungen auf die Niederschrift als Anlage 12 beigefügten Stellungnahme der CDU- Fraktion zum Tagesordnungspunkt. Der Volmehangweg soll in Zusammenarbeit mit der Verwaltung aufgewertet werden. Frau Priester- Büdenbender regt an, die damit in Zusammenhang entstehenden finanziellen Belastungen von der Verwaltung prüfen zu lassen. Herr Wölm ergänzt den Antrag von Frau Priester- Büdenbender dahingehend, dass geprüft werden soll, in welchem Eigentum oder Besitz sich die angrenzenden Grundstücke entlang des Weges befinden. Die Besitzer bzw. Eigentümer seien vorrangig dazu verpflichtet den Weg freizuschneiden. Im Anschluss ist darüber nachzudenken, ob und in welcher Höhe sich die Bezirksvertretung beteiligt. Herr Wölm lässt somit über folgenden Beschlussvorschlag abstimmen.


Beschluss:
Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl beschließt, den Volmehangweg in dem erforderlichen Umfang auszubessern. Die damit im Zusammenhang entstehenden Kosten sollen von der Verwaltung ermittelt und der Bezirksvertretung vorgelegt werden. Abstimmungsergebnis: 10 ja, 1 nein, 2 Enthaltungen. Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl schlägt als Koordinierungsperson in dieser Angelegenheit Herrn Peter Neuhaus vor. Arbeitskreis Volmehangweg, am 31. August 2005 um 16 Uhr bei Herrn Peter Neuhaus

Ferdinand Wölm 02331-79829
Michael Eckhoff 02331-9225527
Jochen Becker 02331-2073622 oder 2073538
Manfred Flor 02337-2159
Heinz Böhm 02337-8234
Peter Neuhaus 02337-1402


Rede Ferdi Wölm am Bleichplatz 28.5.2006

Sehr geehrter Herr Flor, lieber Peter Neuhaus.
Heute am sonnigen Sonntag wird dieser Wanderweg der Öffentlichkeit übergeben. Bei dieser Voraussetzung ist es klar, dass die Landschaft sich zum Wandern anbietet. Klar erkannt haben das Herr Flor vom SGV und Herr Peter Neuhaus von der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl und haben mit Hilfe der Herren Heinz Böhm, Jochen Becker und Michael Eckhoff aus vorhandenen Teilstücken einen einheitlichen Wanderweg gestaltet. Gestaltet in der Form, dass an verschiedenen Punkten Hinweistafeln aufgestellt wurden, die zum größten Teil auf die Geschichte des Volmetals hinweisen. Die unbedarften Wanderinnen und Wanderer sehen sicherlich die schöne Landschaft und die Natur. Doch wie viel Geschichte sich gerade im Volmetal erforschen lässt, ist nur durch den Einsatz der genannten Herren möglich geworden. Der Weg beginnt an der Stadthalle Hagen. Schon hier kann die Volme erlebt werden. Nicht immer direkt am Fluss verläuft der Volme – Hang – Weg über Eilpe, Delstern, an der Kuhweide vorbei zur Lücköge. Bei Hämmerchen Schmidt ist die Volme wieder sichtbar. Weiter geht’s nach Ambrock. Bekannt dort die Fachklinik. Vorbei an der kaum noch sichtbaren Wallburg, früher Sitz der Ritter von Dael, sieht man schnell die alte Dahler Kirche. Dahl ist der einzige Stadtteil Hagens, in dem noch die leckeren Gerstenkaltschale hergestellt wird. Links der Volme geht der Weg weiter zur Priorlinde. Hier können müde Beine eine fantastische Rast machen. Nun geht es weiter nach Rummenohl. Mit einem letzten Blick zur Volme ist dann das Ende des Volme – Hang – Weges erreicht. Meine Damen und Herren, was anderorts ewig lange dauert, hat hier im Stadtbezirk wieder von Hü auf Hot funktioniert. Von der Idee bis zu Verwirklichung verging in etwa ein ¾ Jahr. Für viele Bereiche des täglichen Lebens wünsche ich nicht nur mir diese Geschwindigkeit. Allen Beteiligten danke ich noch einmal ganz Herzlich und wünsche den Wanderinnen und Winderen Frisch auf.


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